Die Autorin

Gudrun Pausewang wurde am 3. März 1928 in Wichstadtl , Ostböhmen geboren. Sie wuchs als älteste Tochter mit ihren fünf jüngeren Geschwistern auf. Mit 15 Jahren verlor sie ihren Vater im Krieg. Sie floh mit ihrer Familie nach Westdeutschland, als der Krieg zu Ende war. Mit 20 Jahren beendete sie die Schule mit dem Abitur. Zunächst studierte sie am pädagogischen Institut in Weilburg, sie wurde Volksschullehrerin.

"Reisen"

Als Volksschullehrerin unterrichtet sie erst in Wiesbaden, dann in Weilburg. Ihr Traum war es, in Südamerika zu arbeiten. So lernte sie Spanisch. Sie blieb nicht lange als Lehrerin in Deutschland. 1956 ging sie nach Chile, um dort als Lehrerin in deutschen Auslandschulen zu arbeiten. Später nach Venezuela. Von dort reiste sie nach Kolumbien, Japan, Thailand, Indien und noch zu vielen anderen Orten. Sie zog im Jahr 1963 wieder nach Deutschland und nahm eine Stelle an einer Grundschule an. Die Reise geht weiter, als sie 1967 in London Hermann Wilcke, einen Deutsch-Chilenen, heiratete. Die beiden zogen anschließend nach Kolumbien. Drei Jahre nach der Hochzeit gebar sie einen Sohn. Zwei Jahre später, wieder in Deutschland, schied sie sich von ihrem Mann. Mit ihrem zwei-jährigen Sohn wohnte sie dann in Schlitz. 1987 schrieb sie dann " die Wolke". Dort arbeitete sie als Lehrerin bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 1989. Von Julia Brenner



Unser persönliches Interview mit Gudrun Pausewang

Hallo Frau Pausewang
Hallo
Uns ist nicht klar geworden, ob Sie nun als Pausewang oder Wilcke geboren worden sind?
Als Pausewang. Wilcke hieß ich erst seit meiner Heirat. Aber für die Schriftstellerei behielt ich meinen Mädchennamen Pausewang, weil ich unter diesem Namen als Schriftstellerin schon bekannt war.
Außerdem würden wir gerne wissen wie oder wodurch Sie auf Südamerika aufmerksam wurden?
Als ich 14 Jahre alt war, nahmen wir im Geschichtsunterricht meines Gymnasiums die Eroberung Mittel- und Südamerika durch, die Spanier und die Portugiesen durch. Die Geschichtslehrerin schilderte diesen Kontinent sehr eindrucksvoll. Er machte mich neugierig.
War Lehrerin oder Autorin Ihr Traumberuf?
Schriftstellerin. Lehrerin wurde ich nur, um nach Südamerika zu kommen und die Reise nicht selbst bezahlen zu müssen. (Die bezahlte der deutsche Staat)
Was gefällt Ihnen am Schreiben?
Die Freiheit, die Themen selber wählen zu können, keinen Chef zu haben. Sich der Phantasie ganz hingeben zu können. Allein verantwortlich für die Texte zu sein, die man geschrieben hat.
Welches Buch, das Sie geschrieben haben gefällt Ihnen am besten?
Ich mag sie alle gleich. Genauso, wie eine Mutter alle ihre Kinder gleich lieb hat. Mein Herz ist immer bei dem Buch, das ich gerade schreibe.
War das Doppelleben als Autorin und Lehrerin schwer?
Es war nicht nur ein Doppel-, sondern auch ein Dreifach-Leben: Ich war ja gleichzeitig Mutter und Tochter, musste meinen Sohn in seiner Kindheit und meine Mutter (Pflegefall) in ihrem Alter betreuen. Das war sehr schwer. Ich hatte kaum je Freizeit.
Welchen Schultyp (Grundschule,) und welche Fächer haben Sie unterrichtet?
Ich war Grund- und Hauptschullehrerin. In den knapp 13 Jahren in Südamerika habe ich fast nur Deutsch unterrichtet. Aber mein Hauptfach war Kunsterziehung. In der Grundschule muss man aber alle Fächer unterrichten können.
Wie fanden Sie das, dass im Film "die Wolke" die Hauptfiguren andere Namen haben?
Das hat mich nicht weiter gestört. Es sind ja nur Namen. Gestört hat mich sehr, dass in dem Film vieles fehlt, was mir wichtig ist. Aber man kann kein Buch 1:1 in einen Film umsetzen. Buch und Film sind ganz unterschiedliche Medien.
Vielen Dank für das Interview